Das war die Bundesliga… 

Es ist wahrscheinlich für Amateur-Tennisspieler das Karriere-Highlight einmal in der Bundesliga zu spielen. Dort trifft man nicht nur auf die besten österreichischen Spieler seiner Altersklasse, sondern auch auf Legionäre bei Vereinen, die sich solche leisten können/wollen.

Unseren Senioren 60+ ist dieses Bravourstück gelungen. Nach dem Wiener Meistertitel 2011 und Play off – Spielen um den Aufstieg durften wir in der Saison 2012 in der Österreichischen Bundesliga in der Altersklasse 60+ mitspielen. Unserer Philosophie entsprechend, dass nur jene Spieler zum Einsatz kommen sollen, die auch den Aufstieg geschafft haben, waren wir klarer Außenseiter in dem Elitefeld. Jedes Bundesliga-Meisterschaftsspiel besteht aus 5 Einzel- und 2 Doppelpartien, wir waren zu Gast bei TC Stiegl Salzburg, beim Badner AC und bei UTK Langenlois,  bei uns in Essling durften wir den Schwechater TC (der spätere Meister 2012), LUV Graz und aus Linz den ASKÖ Auhof/Tennispoint begrüßen. Erwartungsgemäß konnten wir keinen Gegner gesamt schlagen, aber es gab erfreuliche Detailsiege im Einzel und Doppel. Erwähnenswert ist, dass zB. die Linzer mit Hellmondseder (Single Nr.15) und Haupt-Buchenrode (Single Nr.10)  zwei Spieler aufboten, die in der damals aktuellen ITF Weltrangliste die Nr.1 im Doppel waren…

Alle Spiele verliefen sportlich fair, wir bekamen von allen Seiten Lob und wir haben uns wacker geschlagen. Traditionell werden die Gastspieler vom Heimverein nach Ende der Matches zum gemeinsamen Essen eingeladen, wo gute Stimmung garantiert ist und wo auch noch gefachsimpelt wird und so manches unter „Tennis-Latein“ zu reihen ist.

Unsere Mannschaft wurde von einer großen Anzahl treuer Fans unterstützt, bei Auswärtsspielen waren wir meistens in der Überzahl und zu Hause haben unsere Frauen und guten Geister für Stimmung und tolle Bewirtung gesorgt – dafür unseren herzlichen Dank!

Letztendlich mussten wir wieder absteigen, aber mit dem Bewusstsein, etwas Tolles erlebt zu haben, was nicht allzu viele Tennisspieler in ihrer Laufbahn erleben dürfen. Im nächsten Jahr werden wir dann wieder in der Wiener Landesliga A versuchen an die guten Leistungen anzuknüpfen, um vielleicht wieder einmal Großes zu erreichen.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch bei allen Kaderspielern (Herbert Fritsch, Johann Hawelka, Franz Kornherr, Manfred Policar, Fritz Schöpf, Fritz Urbanek) für den Einsatz und die erbrachte Leistung bedanken. Erinnern möchte ich auch noch an den viel zu früh verstorbenen Peter Benesch, der mit seinen Erfolgen ganz wesentlich zum Aufstieg beigetragen hat, das Erreichte aber nicht mehr erleben durfte.

 

Der stolze Mannschaftsführer der Senioren 60+ des TC Essling

Helmut Steingräber